Allgemein

20. Juli 2020

Gemeinsames Sprachrohr für die Kreativbranche – BLVKK möchte kreative Initiativen auf Landesebene bündeln

Ingolstadt, Juli 2020

Auf seinem ersten Verbandstag stellt der Bayerische Landesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft (BLVKK) die Weichen für die beiden kommenden Jahre. Anschließend treffen sich Mitglieder und geladene Gäste im Lechner Museum zur Infoveranstaltung und intensivem Austausch.

Strukturaufbau, aktive Sachabteilungen und Mitgliederzuwachs in der Fläche – das sind die Schwerpunkte, die den neuen Landesverband der Bayerischen Kultur- und Kreativwirtschaft e.V. in den nächsten Monaten besonders beschäftigen werden. Dazu wurde in Ingolstadt beim ersten Verbandstag knapp drei Monate nach der Eintragung bei Gericht ein erweitertes Präsidium gewählt, das sich mit viel Sachkompetenz um Themen wie Mehrwert für Mitglieder, einen effektiven StadtLand-Dialog, Austausch mit Politik und Wirtschaft und förderfähige Projekte kümmern wird. Durch die Corona-Krise zunächst ausgebremst müsse man nun mit doppelter Energie einsteigen, um für die Branche in Bayern mehr zu erreichen, so das Präsidium.

Bei einem ersten physischen Treffen mit geladenen Gästen im Lechner Museum, wo Abstandsregelung und Hygienevorschriften eingehalten werden konnten, kamen die Mitglieder des BLVKK anschließend ins Gespräch mit Vertretern von Politik, Wirtschaft und Interessierten aus der Branche. Oberbürgermeister Dr. Christian Scharpf begrüßte die Anwesenden mit dem Wunsch, dass dieser erste Verbandstag auch auf die Stadt Ingolstadt abfärbt. Die Kultur- und Kreativwirtschaft sein ein sehr wichtiger Standortfaktor – ökonomisch und zusätzlich als Indikator für die Lebensqualität einer Stadt oder Region.

In der anschließenden Einführung von BLVKK-Präsidentin Carola Kupfer (Forum Kreativwirtschaft, Regensburg) wurde schnell klar, dass die Zeit für die Branche drängt. „Die wirtschaftliche Situation vieler Unternehmen und Solo-Selbstständigen in der Kultur- und Kreativwirtschaft ist durch Corona extrem schwierig“, betont sie. „Deswegen starten wir jetzt durch, indem wir zwar klein anfangen, aber ganz groß denken.“

Was das konkret bedeutet, erläutert Schatzmeisterin Sigrid Diewald (Neue Sicht e.V. Ingolstadt): „Wir wollen in naher Zukunft ganz selbstverständlich mit dabei sein, wenn die Bayerische Staatsregierung die großen Wirtschaftsverbände an einen runden Tisch lädt, um über wichtige ökonomische Fragen zu diskutieren.“ Abwegig ist das nicht – steht die Bayerische Kultur- und Kreativwirtschaft doch in Sachen Umsätze landesweit knapp hinter Automobilwirtschaft, Gesundheitswesen und Maschinenbau an vierter Stelle. Die Zahlen wurden jüngst vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie erhoben und im „Zweiten bayerischen
Kultur- und Kreativwirtschaftsbericht“ veröffentlicht.

So werde man in Zukunft zweigleisig arbeiten, fasst Vize-Präsident Philipp Ernst (VUT München) die nächsten Schritte des BLVKK zusammen: „Wir werden mit Vertretern von Politik, Wirtschaft und anderen Interessensvertretungen in Kontakt treten, uns um den Aufbau von Akteurs-Netzwerken in der Fläche kümmern – und intern schlagkräftige Strukturen aufbauen.“ Dass es dabei auch darum geht, neue Mitglieder für den Verband zu gewinnen, liegt auf der Hand. „Wir sind für Vereine, Netzwerke und Unternehmen aus der Branche interessant, da sie im Verband zahlreiche Mehrwerte nutzen können und eine politische Stimme erhalten“, so Ernst. Wie wichtig die politische Vertretung der Branche auf Landesebene ist, habe man spätestens durch Corona erkannt, betont BLVKK-Präsidentin Kupfer. Die Kreativwirtschaft sei in Bayern nachweislich eine Branche mit sehr vielen Erwerbstätigen und hohen Gesamtumsätzen – und das müsse sich nun endlich auch durch die Einbindung in politische und wirtschaftliche Entscheidungsprozesse der Staatsregierung widerspiegeln. „Wir wollen in Zukunft mitreden, dafür setzen wir uns ein.“